Mathematik : Königin der Wissenschaft

Keramik : uralte Gebrauchskunst

Beide vereinen sich in der Ausstellung

MathematiKeramiK

 

Vielseitig wie der Mensch ist die Keramik. Sie begleitet ihn seit der Jungsteinzeit. Die ältesten überlieferten Keramiken sind figürliche Formen, Idole, vielleicht zufällig durch Feuersbrunst überkommene Beispiele einer viel älteren Lehmkunst, deren vergängliche Objekte nicht überliefert sind.

Der sesshaft gewordene Mensch füllt seinen Haushalt mit irdenen Töpfen, deren Zweck ihre Form bestimmt. Und wir staunen über die Schönheit vieler Gefäße in archäologischen Sammlungen, die doch "nur" für den Hausgebrauch bestimmt waren.

Die Keramik entwickelt sich mit dem Menschen, nimmt differenzierte Formen und subtile Dekore an, verfestigt sich zu Steinzeug und verfeinert sich zu Porzellan. Sie erreicht mit Hilfe neuer Technologien bessere Werkstoffeigenschaften und erobert neue Anwendungsfelder. Und so verbergen sich hinter dem Begriff Keramik nicht nur Terracotta-Töpfe oder feinste Porzellanfigürchen, nicht nur Fliesen, Backsteine oder Baukeramik, sondern auch superharte Schneidwerkstoffe oder Hitzeschilde für Raumfahrzeuge.

Vielseitig wie der menschliche Geist ist die Mathematik. Sie ist Grundlage für die naturwissenschaftliche und technische Forschung, hat aber längst völlig andere Gebiete erobert, Sozialforschung, Medizin und Verkehrsplanung zum Beispiel. Von manchem Schulkind gemieden und von den meisten Menschen nicht einmal wahrgenommen, begleitet sie sie im Alltag in vielfältigen Anwendungen, vom Finanzmarkt bis hin zum Computertomographen.

Keramik und Mathematik vereinen sich in der Ausstellung MathematiKeramiK. Sie ist Nachfolgerin einer ähnlichen Schau, die 1998 anlässlich des Weltkongresses der Mathematiker in Berlin stattfand. In den Folgejahren gab es weitere Expositionen mit demselben Thema, in Berlin, Bremen und Göttingen, 2002 - anlässlich der Jahrestagung 2002 der Deutschen Mathematiker Vereinigung - in Halle, 2003 in München.

Die schönen Objekte beweisen, dass die Themen Mathematik und Kunst sich nicht widersprechen. Wir zeigen nicht mathematische Modelle in Ton, sondern künstlerische Keramiken, deren Thema, Ornament oder Form mathematische Wurzeln haben. Der Mathematiker beschreibt z.B. ein reguläres Polyeder abstrakt, der Künstler bezieht den gleichen Körper in seinen künstlerischen Schaffensprozess ein. Wissenschaft und Kunst sind zwei Facetten des menschlichen Seins. Warum sollten sie sich gegenseitig ausschließen? Der Besucher der Ausstellung entdeckt, dass der rationale Schaffensprozess des Wissenschaftlers zum imaginativ-kreativen des Künstlers parallel verlaufen kann.

Auf dieser Webseite stellen wir Künstler und einige Objekte der Ausstellung MathematiKeramiK vor.

Gisela-Elisabeth Winkler
Ausstellungsmacherin